Stadtbahn: Von Bahnsteig und Röhre

Stadtbahn in Stuttgart SSB


Von Bahnsteig und Röhre

Schon in den 1950er-Jahren wurde der Straßenbahnverkehr durch den immer stärker werdenden Individualverkehr ausgebremst. Die Stadt Stuttgart gab daher die Planung eines Gesamtverkehrskonzepts in Auftrag. Das Ergebnis: Ein unterirdisches Straßenbahnnetz sollte in der Innenstadt entstehen. Als erste „Unterpflaster-Straßenbahnhaltestelle“ entstand bis 1966 die Station am Charlottenplatz. Ende der 1960er-Jahre entschied man sich beim weiteren Ausbau die Bahnsteige und Tunnelröhren für längere und breitere Bahnen vorzubereiten. Eine U-Bahn sollte zukünftig in der gesamten Stadt zum Einsatz kommen. Bereits Mitte der 1970er-Jahre wurde jedoch klar, dass der Betrieb einer kompletten unterirdischen Strecke bei der Stuttgarter Topografie kaum zu finanzieren war. So sprach man fortan lieber von einer Stadtbahn – einer Mischung aus Straßenbahn und U-Bahn. Auf den Einsatz von Niederflurwagen – Straßenbahnen mit ebenerdiger Einstiegsmöglichkeit – verzichtete man somit. Um jedoch auch einen bequemen Einstig in die Stadtbahnen ermöglichen zu können, wurde der Bau von Hochbahnsteigen nötig. 1985 war es dann so weit – die ersten Stadtbahnzüge kamen zum Einsatz. Das „U“ führen die Stadtbahnen trotz des Mischverkehrs in ihrer Linienbezeichnung, da es in Deutschland das bekannte Symbol für den städtischen Schienenverkehr ist.

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