Staatsgalerie Stuttgart

Aktuelle Ausstellung: Der Meister von Messkirch – Katholische Pracht in der Reformationszeit

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Neue Staatsgalerie, Fassade und Eingang ©Staatsgalerie Stuttgart Staatsgalerie bei Nacht ©Staatsgalerie Stuttgart Meister von Meßkirch, Die Anbetung der Heiligen Drei Könige, um 1535/38, Detail aus der Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars von St. Martin in Meßkirch, Meßkirch, Pfarrkirche St. Martin, © Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann


 

Die Staatsgalerie ist das renommierteste Kunstmuseum Baden-Württembergs. Mit regelmäßig 200.000 Besuchern im Jahr gehört sie auch zu den publikumsstärksten Museen im Land und ist selbst ein architektonisches Kunstwerk.

Informationen für Besucher

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr; Donnerstag bis 20 geöffnet; montags geschlossen
  • Preise:

    Regulärer Eintrittspreis 12 €
    Ermäßigter Eintritt 10 €

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Kontakt

Konrad-Adenauer-Straße 30-32
70173 Stuttgart

0711 470 40 0
info@staatsgalerie.de

Wissenswertes

Bis 2. April 2018: Der Meister von Messkirch – Katholische Pracht in der Reformationszeit

Die Staatsgalerie Stuttgart widmet mit 188 Exponaten dem Meister von Meßkirch, einem bedeutenden deutschen Maler der Frühen Neuzeit, die erste umfassende monographische Ausstellung. Ein Großteil seiner Tafelbilder und Zeichnungen befindet sich heute verstreut in Museen und Privatsammlungen Europas und den USA. Vereint in der Großen Landesausstellung, verdeutlichen sie das Wirken des Meisters von Meßkirch und setzen sein Schaffen mit Werken von Künstlern wie Albrecht Altdorfer, Hans Baldung Grien, Lucas Cranach d. Ä. und Albrecht Dürer in den Kontext seiner Zeit.

Unbekannt sein Name, rätselhaft seine Herkunft. Mehr noch als das Geheimnis um seine Identität ziehen die koloristisch außergewöhnlichen Bilder und die charaktervollen Heiligen des Meisters von Meßkirch in den Bann. Über 90 Tafelbilder des Malers haben sich erhalten. Die weitaus meisten davon entstanden im Auftrag des seit langem ausgestorbenen Adelshauses von Zimmern, dessen Herrschaftsmittelpunkt im oberen Neckar- und Donauraum lag. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlebte die Adelsfamilie mit der Erhebung in den Grafenstand und dem fortschreitenden Ausbau Meßkirchs zur Renaissanceresidenz ihre Blütezeit.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Rekonstruktion des umfangreichen Altarzyklus der Stiftskirche von St. Martin in Meßkirch, der am Ende des 18. Jahrhunderts gegen eine Neuausstattung ausgetauscht wurde. Mit bis zu zwölf Altären entsteht dort zwischen 1535 und 1540 ein farbgewaltiges Werk gegen die Reformation. Auch wenn etwa ein Drittel des als Einzeltafeln an verschiedene Interessenten verkauften Ensembles aus Hauptaltar und elf Nebenaltären verloren ist, bietet die Ausstellung doch die einzigartige Gelegenheit, diesen Großauftrag als Gesamtkunstwerk zu erfahren. Der Meister von Meßkirch greift die vielfältige Tradition des sakralen Bildes in betont prachtvoller Weise auf und führt sie bewusst mit anachronistischen Elementen weiter. Gewünscht wird dies von seinen altgläubig gebliebenen Auftraggebern Graf Gottfried Werner von Zimmern und seiner Familie, die ihrer prokatholischen Gesinnung mit dem Neubau der Stiftskirche St. Martin in Meßkirch und deren Ausstattung öffentlichkeitswirksam Ausdruck verleihen.

Die goldglänzenden Bilder des Meisters von Meßkirch lassen vergessen, dass zu ihrer Entstehungszeit Europa in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich damals, von Wittenberg ausgehend, die Idee einer Reform der Kirche. Neben Flugblättern und Holzschnitten, die den medialen Kampf gegen die Papstkirche illustrieren, verbildlichen Hauptwerke Cranachs in der Ausstellung die lutherische Lehre.

Der »Gothaer Tafelaltar« kehrt zurück nach Stuttgart

Ein Schlüsselwerk der reformatorischen Kunst ist der »Gothaer Tafelaltar« aus der Werkstatt des Heinrich Füllmaurer, der das Gegenstück zu den Tafeln des Meisters von Meßkirch bildet. Mit 162 Darstellungen gilt der monumentale Flügelaltar, der um 1538 für den württembergischen Regenten Herzog Ulrich geschaffen wurde, als bilderreichstes Werk der Altdeutschen Malerei. Nach 369 Jahren kehrt er nun für die Große Landesausstellung an seinen Bestimmungsort zurück. In der Stuttgarter Ausstellung wird der Altar so präsentiert, dass alle Tafeln gleichzeitig zu sehen sind. Vor dem Hintergrund der in der Reformationszeit kontrovers diskutierten Bilderfrage, kommt dieser monumentalen Lehrtafel mit ihren unverblümten Angriffen auf altgläubige Bildvorstellungen eine besondere Bedeutung zu.

"Die Ausstellung der Werke des Meisters von Meßkirch zeichnet sich durch ihre gelungene Präsentationsform aus", sagt der Schirmherr der Großen Landesausstellung Ministerpräsident Winfried Kretschmann. "In einer spannenden Gegenüberstellung mit Hauptwerken der Reformation werden die Umbrüche der Zeit greifbar."

Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie, betont den herausragenden Bestand an Werken des Meisters von Meßkirch in Stuttgart: „Die Große Landesausstellung gründet auf den bedeutenden Werkgruppen des Meisters von Meßkirch, die sich in unserer Sammlung befinden. Bereits 1866 erwarb unser Museum mit der Tafel »Der Hl. Benedikt als Einsiedler im Gebet« von 1540 ein Schlüsselwerk aus der Spätzeit des Künstlers. 2012 gelang es dem Land Baden-Württemberg mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung den »Wildensteiner Altar« anzukaufen, der einen Höhepunkt in unserer Präsentation bildet.“  

Weitere Werke aus dem Bestand der Staatsgalerie, die im Auftrag der Stifterfamilie von Zimmern entstanden, sind die ursprünglich als Drehflügel zum »Falkensteiner Altar« gehörenden Tafeln und weitere fünf Altarflügel von den Nebenaltären von St. Martin in Meßkirch.

Die Große Landesausstellung 2017 Baden-Württemberg steht unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg.

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