Erlebnisgeschichte: Die Wilhelma von oben nach unten mit dem VVS

Wilhelma


Über die Autoren

Teo Albert
Baut seit über zwanzig Jahren Webseiten und ist begeisterter Hobbyfotograf. Der Wilhelma Ausflug war für ihn in mehreren Hinsichten eine Reise in die Vergangenheit.

Elin Disse
Macht nächstes Jahr Abitur und ist trotzdem schon eine Wilhelma Veteranin.

Teo:
Als meine älteste Tochter noch ein kleines Mädchen war, so in der Zeit zwischen zwei und fünf Jahren, hatten wir eine Wilhelma Jahreskarte. Damals gingen wir am Wochenende oder Abends oft zu zweit, um meiner Frau ein wenig Freizeit zu verschaffen. Das Ganze ist wirklich ewig her aber ich erinnere mich gerne an die Ausflüge, denn dadurch, dass wir so oft da waren, konnten wir den Park einfach nur genießen und waren nicht dem Stress ausgesetzt irgendetwas anzuschauen zu müssen. Es wäre ja das nächste Mal auch noch dagewesen.  

Elin:
Als mein Vater mir vorgeschlagen hat etwas über einen Wilhelmabesuch zu schrieben war ich sofort angetan. Immerhin liebe ich Tiere (ich bin ich seit meinem achten Lebensjahr Vegetarierin). Ich dachte das war schon immer so aber vor kurzem ist aus dieser frühen Zeit ein Wilhelma Bild von mir aufgetaucht bei dem ich ein Schaf anschaue wie sonst nur rote Beete. Meine Eltern erzählten mir dann, dass ich wohl ziemliche Angst hatte. Irgendwann muss ich das wohl überwunden haben.  

Teo:
Als ich angesprochen wurde zu überlegen, welchen Ausflug ich besonders gerne mit den Öffentlichen machen würde, kam mir gleich die Wilhelma in den Sinn. Manch einer weiß vielleicht nicht, dass die Wilhelma drei Eingänge hat. Neben dem Haupteingang an der Rosensteinbrücke und dem Seiteneingang an der Pragstraße, der nur bei Bedarf geöffnet wird, gibt es den oberen Eingang im Rosensteinpark. Die U13 fährt über die Haltestelle Rosensteinpark und man kann von dort ein kurzes Stück durch den Park laufen mit seinem wunderbaren alten Baumbestand und den weiten Futterwiesen der Wilhelma.  


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Der Vorteil der Anreise mit dem VVS besteht darin, dass man einfach die Wilhelma von oben nach unten durchlaufen kann. Oben rein, unten raus. Außerdem sind am oberen Eingang meist die Warteschlangen nicht so lang und weil wir erst um viertel nach Vier an der oberen Kasse standen, zahlten wir zu dritt nur 16,30 € Abendtarif und es wurde zusehends leerer mit jede Minute.  

Elin:
Wie früher ließen wir das Auto zuhause stehen. Die alten Bäume des Rosensteinparks durch den wir zum Eingang spazieren haben sich kaum verändert. Trotzdem gibt es einiges Neues zu entdecken und ich bin fast ein bisschen neidisch auf den Mini-Spielplatz mit Tierfiguren auf denen man herumklettern kann. Und obwohl man meinen könnte ich wäre mittlerweile zu alt für den Schaubauernhof gehe ich dem Rest der Familie immer noch damit auf die Nerven, dass ich allein die Kälbchen eine halbe Stunde anschaue. Zu meiner Verteidigung: Wer kann ihnen widerstehen, vor allem, wenn sie sich durch das Gatter streicheln lassen?

Beim Weiterschlendern entschieden wir uns dann gegen das neue Menschenaffenhaus, das wir beim letzten Mal schon bewundern konnten, um die letzten Strahlen der Abendsonne zu genießen. So konnten wir auch einen Blick in das neue Gorilla-Freigehege werfen. Dort spielten zwei der Jungen ihre ganz eigene Version von Fangen: Es gab einen Metallkasten mit durchsichtigen Wänden, in dem einige Bälle lagen. Sie können von den Affen durch Schlitze hin und her bewegt werden.
Einer der Kleinen kletterte aber auf das Spielzeug und legte sich so auf seinen Bauch, dass er sich auf dem Dach schnell im Kreis drehen konnte. Während er sich wie ein Breakdancer um die eigene Achse drehte, versuchte er den zweiten Affen zu fangen, der um ihn herumrannte.

Teo:
Ich wäre dann gerne durch den Mamut Baum Hain nach unten gegangen. Ich liebe die Atmosphäre unter diesen Bäumen, aber die Mädchen wollten noch in die Gewächshäuser und ins Aquarium.
Deshalb nahmen wir den kürzeren Weg über die Treppen der Subtropenterrassen mit sensationellem Blick auf die untere Wilhelma mit den historischen Gewächshäusern.

Elin:
Auch dieses Mal sind wir auf dem Weg in den unteren Teil der Wilhelm wieder durch eines der Gewächshäuser gegangen. Früher sind meine Schwester und ich immer direkt zu den Nachttieren gerast, während unsere Eltern sich noch die Pflanzen ansahen. Das hat sich geändert, was vielleicht an dieser ganz besonderen Atmosphäre hier liegt. Das Licht fiel durch die hohen Fenster zwischen den kunstvoll verschlungenen Säulen und versetzte uns in ein anderes Zeitalter und zusammen mit den exotischen Pflanzen in eine andere Welt.

 

Das Gefühl blieb als wir das Haus verließen und die breiten Steinstufen hinunter zum Seerosenteich gingen. Obwohl der Springbrunnen abgeschaltet war kann ich nicht sagen das Wasser je schöner gesehen zu haben. Und das will etwas heißen, es gibt hier immerhin Bilder von mir und diesem Teich, die über 14 Jahre zurückreichen. Besonders schön sind die Seerosenblätter die groß genug scheinen, um darauf sitzen zu können und riesige rosige, weiße und violette Blüten.

Teo:
Den Maurischen Garten, waren wir uns gleich einig, hatten wir noch nie so schön wie in diesem Jahr gesehen. Ach es ist einfach klasse, wenn man nicht mehr alles sehen muss. Heute zeigten wir uns gegenseitig was uns immer am besten gefallen und am meisten Beeindruckt hat.

Elin:
Von hier aus nahmen wir die eher unbekannte aber praktische Abkürzung (durch den Toilettenraum) und tauchen direkt in das Aquarium ein. Durch die meterlangen Scheiben mit den Sitzbänken wird eine Begegnung auf Augenhöhe mit den Meeresbewohnern möglich, die den Beobachter in ihrer Fremdartigkeit in den Bann ziehen. Allerdings mussten wir bald aufbrechen, um die Schmetterlinge im Insektenhaus noch in Ruhe bewundern zu können.
Nachdem wir uns vorbei an den Spinnen geschlichen haben (bei denen der Gruselfaktor zugegebenermaßen Teil der Faszination ist) hing direkt hinter der Glastür ein riesiger Schmetterling von einer Pflanze. Auf dem äußersten Stück einer Ranke hielt er vollkommen still und hatte beide Flügel ausgebreitet. Direkt daneben teilten sich einige Flughunde friedlich mit einem weiteren Schmetterling ein Stück Apfel ohne einander auch nur im Geringsten zu stören. Auch die verpuppten Raupen in ihren Kokons sind interessant. Umso mehr, wenn man weiß, dass die Tiere trotz der unglaublichen Metamorphose, die sie in diesem Stadium durchlaufen wenigsten ein Teil ihrer Erinnerungen behalten.

Teo:
Das mit der Erinnerung an das Raupendasein fand ich unglaublich, aber es stimmt wohl (ich hab’ es gegoogelt)! Sehr gerne wären wir noch ins Palmenhaus gegangen aber das war schon zu. Früher, als die Kinder noch klein waren, sind wir oft zuerst in die direkt am Eingang liegenden, schlauchartigen Gewächshäuser gezogen, deren Herz die große Halle mit den Palmen bildet. Vorbei an dem buntschnabligen Tukan, den Elin „Tukain“ nannte und hinein in die hohe angenehm temperierte, duftige Glashalle mit dem Zierkarpfenteich und ihrem grüngoldenen Licht und der tropischen Blütenpracht. Bevor wir aus der Halle herauskamen, war oft schon die erste Stunde vergangen.

Diesmal haben wir es leider nicht geschafft. Aber unser einstimmiges Fazit nach dem Besuch war: Wir kommen viel zu selten her! Macht also nichts. Schauen wir uns beim nächsten Mal an.

Elin:
Nach dem Schmetterlingshaus ging es über die Robben nach draußen. Ich wurde von einem jungen Paar gebeten ein Foto von ihnen und ihren Zwillingen im Kinderwagen zusammen mit den Pelikanen zu machen. Ich hoffe die beiden werden genau wie ich in späteren Jahren diese Bilder sehen und wiederkommen. Wer weiß welche Tiere sie sehen und welche Pflanzen sie bewundern aber eins ist klar: Obwohl sich einiges verändert hat bleibt der Zauber dieser kleinen Welt in erhalten.

Fazit:

  • Sehr empfehlenswert auch für Familien mit Kindern und immer und immer wieder.
  • Sehr Abwechslungsreich und entspannt, wen man nicht alles sehen muss.
  • Durch den Abendtarif auch unter der Woche nach der Arbeit zu empfehlen.
  • Perfekt für tolle Fotomotive.
  • Nicht nur Tiere, sondern auch das historische Flair und die Botanischen Anlagen sind den Besuch wert.
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