Erlebnisgeschichte: Mit dem Rad nach Rosswag

Landschaft Richtung Vaihingen. Foto: Daniela Erichsen - XXXXXXXXXxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


Über die Autorin:
Ehemalige Bibliothekarin und heutige Projektleiterin die nun wieder Spaß und Freude am Radfahren gefunden hat.

Von Stuttgart nach Rosswag und zurück

Als ich gefragt wurde, ob ich mir für die Orangen Seiten eine Tour aussuchen würde, um darüber einen Erlebnisbericht zu schreiben, habe ich mich sehr gefreut und gleich an eine Fahrradtour gedacht. Doch dann kam die große Frage – wohin? Wie viele Kilometer schaffe ich überhaupt? Wo sind wenig Steigungen (denn darauf steh ich gar nicht)? Dann habe ich mich an eine Radtour erinnert, die ich vor über 15 Jahre mit meinen Eltern gemacht hatte. Damals sind wir an der Enz entlanggefahren. Also habe ich in der VVS Radroutenplaner App und bei Google Maps geschaut, welche Strecke sich da anbietet. Zum Glück kann man bei der Radroutenplaner App die Einstellung „Steigungen vermeiden“ vornehmen, das kam mir gerade recht. Nach ein wenig hin und her habe mich dann entschieden, in Bietigheim-Bissingen zu starten und bis nach Rosswag an die Enzschlinge zu fahren, dort soll es eine schöne Stelle geben wo man auch mal die Füße ins Wasser hängen lassen kann. 

 

Nützliche Links und Downloads zur Tour:

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Die beiden GPX-Tracks können entweder mit der VVS Radroutenplaner App (iPhone oder Android) importiert werden oder auf dem Desktop angeschaut werden. Dazu mit der rechten Maustaste auf den Link oben klicken und "Ziel speichern unter..." wählen. Die heruntergeladene Datei dann wie gewünscht importieren.

 

Aber dann: Donnerstagabend - und es gießt wie aus Strömen... Morgen wollte ich eigentlich die Radtour machen. Doch Glück gehabt, am nächsten Morgen sieht das Wetter spitze aus und der Ausflug kann stattfinden!

Ich wollte mit der S-Bahn von Stuttgart nach Bietigheim-Bissingen fahren und von dort aus mit dem Rad gemütlich an der Enz entlang bis Rosswag. Zurück mit dem Rad nach Vaihingen Enz und von dort aus mit dem Zug zurück nach Stuttgart. 

Da ich schon ewig keine Radtour mehr gemacht hatte und nicht wirklich trainiert bin, wollte ich auch nicht gleich übertreiben. Der VVS Radroutenplaner kam auf knapp 23km und ca. 1,5h für diese Strecke nach Rosswag, also machbar, dachte ich. Zur Unterstützung wird mich ein guter Freund und geübter Radler begleiten. 

 

In Bietigheim am Bahnhof haben wir uns die ersten Zusatzkilometer geholt weil wir erstmal falsch gefahren sind. Das war nicht weiter schlimm, so haben wir erstmal ein Frühstückspicknick unterm Viadukt in der Sonne gemacht! Das Viadukt ist eine sehr imposante Eisenbahnbrücke, wenn man darunter steht fühlt man sich winzig. An diesem Morgen sah es einfach malerisch aus mit der grünen Wiese, dem blauen Himmel und dem Viadukt im Hintergrund mit seinem 21 Bögen. 

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Die Strecke führt dann bis Oberriexingen, wunderschön an der Enz entlang und enthält fast keine Steigungen. Man kommt an der Rommelsmühle vorbei, die einen schönen Biergarten bietet. Auf Höhe Untermberg, direkt an der Enz, gibt es einen kleinen Hof mit Nutztieren (Kühe haben wir entdeckt) die man vom Weg aus bestaunen kann. Mit so etwas hatten wir auf dieser Strecke überhaupt nicht gerechnet. Auch gab es Unterwegs einige Spielplätze über die sich Kinder sicher freuen werden. 

Kurz nach Bissingen, rechts von der Enz sehen wir immer wieder eine Burgruine die uns völlig unbekannt ist. Eine kleine Recherche im Nachhinein ergab, dass es sich um die Burgruine Altsachsenheim handelte. Sieht sehr malerisch aus, ist aber wohl nur von außen zu besichtigen. 

Kurz vor Ortausgang Oberriexingen entdecken wir dann von weitem Enten und Gänse. Beim Näherkommen sehen wir ein Schild: „Achtung Enten“. Das amüsiert uns so sehr, dass wir absteigen und uns umschauen. Links am Enzufer stehen einige Gehege mit jungen Schwänen (würde ich mal tippen) und freilaufenden Enten und Gänsen. Sehr idyllisch. Ein paar Meter weiter bietet sich auch ein Picknicktisch und ein paar Steine am Enzufer perfekt für eine kleine Rast an. 

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Weiter Richtung Vaihingen Enz kommen wir an einer Tankstelle vorbei, sehr praktisch um sich nochmals mit kalten Getränken einzudecken. Die Strecke ab Oberriexingen ist nicht so schön wie der Abschnitt vorher, obwohl man dort meist an der Enz entlang fährt gehen einige Abschnitte über die Felder in der prallen Sonne. 

Hier rate ich auch der Beschilderung „Radweg“ zu folgen. Sonst geht es Euch wie uns und ihr fahrt falsch. Wir merken es erst als der Weg zu Ende ist und in Wiese übergeht. Wir denken uns, bevor wir zurückfahren, fahren wir lieber über ein Stück Wiese. Es sieht ja so aus als wenn bald links ein Weg hochführt auf den ursprünglichen zurück. Leider ist dem nicht so und wir dürfen in der prallen Mittagshitze unsere Räder und uns über den Acker hieven – bei leichtem Anstieg. Danach bin ich erstmal k.o. und gefühlt war es das bisher anstrengendste Stück bei dieser Tour. Gehört aber natürlich eigentlich nicht zur Tour! Das war ungefähr auf Höhe Enzweihingen bei den Sportplätzen, nur so als Tipp für alle die ihr Rad nicht über den Acker schieben mögen. 

 

Auf dem weiteren Weg sind wir noch über das Schild „Radler Tankstelle“ gestolpert, das ist ein Imbiss/Gaststätte die auf die Bedürfnisse von Radlern ausgelegt ist. Wir kehren zwar nicht ein aber laut Website haben sie ein umfangreiches Ersatzteillager für Fahrräder mit Schläuchen, Werkzeug, Ventilen u.v.m. Aber auch Druckluft sowie Ladestationen für E-Bikes die kostenlos genutzt werden können. Das ist gut zu wissen, falls doch mal unterwegs was passieren sollte. Mein Begleiter erzählt mir dann auch, dass auf Radstrecken sehr oft auch Automaten stehen wo man sich Ersatzteile wie z.B. Ersatzschläuche oder Flickzeug kaufen kann. Das wusste ich bisher auch nicht. 

 

Bis Vaihingen ist es dann glücklicherweise nicht mehr weit und wir spielten kurz mit dem Gedanken die Tour hier abzubrechen und einfach ins Enztalbad (Freibad) zu gehen. Daran fährt man direkt vorbei. Aber mich packt der Ehrgeiz und wir fahren noch die restlichen ca. 4km, an Aurich vorbei und weiter nach Rosswag. Leider ist es der unattraktivste Teil der Strecke. Man fährt größtenteils in der prallen Sonne und fast immer an der Straße entlang. 

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In Rosswag haben wir an der Enzschleife ein schönes Picknick am Wasser gemacht und halten ein wenig die Füße in den kühlen Fluss. Wir genießen die Natur. Insgesamt sind es dann doch knapp 28km von Bietigheim nach Rosswag geworden und fast 3h. Lag sicher an unseren kleineren „Umwegen“.

 

Der Rückweg nach Vaihingen zum Zug noch mal 4km. Kurz vor dem Bahnhof, als man schon die Gleise sehen konnte, geht es nochmal steiler bergauf und ich kapituliere und steige ab. Mit dem Zug nach Stuttgart Hbf ist eine entspannte und klimatisierte Rückfahrt garantiert. Die Züge fahren sehr regelmäßig, doch besser vorab einen kurzen Blick in die VVS App werfen. 

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Wir haben uns auf der kompletten Tour sehr wohlgefühlt, alle Radfahrer grüßen sehr freundlich untereinander und an der Enz entlang zu fahren ist einfach wunderschön! Die Tour hat uns auch so gut gefallen das wir uns schon während der Fahrt überlegt hatten welche Strecke an der Enz, oder woanders, wir als nächstes fahren werden. Ergebnis: Es wird wahrscheinlich eine Tour am Neckar entlang (Bottwartal/Neckartal) in Kombination mit dem „WeinKulTourers“ und der S-Bahn.

  

Fazit der Tour:

  • sehr empfehlenswert auch für Familien mit Kindern
  • wenig Steigungen 
  • schönster Teil der Strecke von Bietigheim-Bissingen nach Oberriexingen
  • genügend Einkehrmöglichkeiten (Biergärten, Radlertankstelle uvm.)
  • Beschildung sehr gut (wenn man hinschaut :) ), da man teilweise auch auf dem Enztalradweg fährt 
  • Gesamtlänge auf dem Rad knapp über 30km (Umwege eingerechnet)
  • reine Fahrzeit ca. 3h

 

 

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