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Stuttgarter Standseilbahn

Mit der Standseilbahn vom Südheimer Platz im Stadtteil Heslach ohne Zwischenhalt zum Waldfriedhof im Stadtbezirk Degerloch

Stuttgarter Seilbahn; Foto: ©Stuttgarter Straßenbahnen AG Stuttgarter Seilbahn; Foto: ©Stuttgarter Straßenbahnen AG


 

Ihre beiden Wagen treffen sich, aber nie auf dem gleichen Gleis. Sie haben stets dieselbe Geschwindigkeit und überwinden einen enormen Höhenunterschied und brauchen dabei fast keine Energie.

Informationen zum Ausflug

  • Länge: 0,5 km
  • Höhenmeter: 87 m
  • Start: Südheimer Platz
  • Ende: Waldfriedhof
VVS Tipp

VVS-Tipp

Wer einen Ausflug mit der Seilbahn plant, kann auch den Blaustrümpflerweg mit einbeziehen. Alle Informationen zu diesem Spaziergang finden Sie unter dem Webcode fz0051.

Sonstige Infos zur Tour

Betriebszeiten Seilbahn:
täglich 9:10 - 17:50 Uhr alle 20 Minuten
Preise: Es gilt der normale Tarif des VVS. Die Bahn liegt in der Tarifzone 10 und kann mit allen VVS-Fahrscheinen befahren werden, die in dieser Zone gelten. Fahrscheine gibt es auch an den Automaten in der Tal- und der Bergstation der Seilbahn. Wer nur die Seilbahnstrecke fährt, für den gilt für 1 Fahrt/Person ein Kurzstreckenticket.
Kontakt Seilbahn (SSB)
Schockenriesstraße 50, 70565 Stutt­gart
Tel. 0711 7885-3333, service@mail.ssb-ag.de

Startpunkt

15461

70199 Stuttgart

Wegbeschreibung

Erbschleicherexpress sagen die einen, Lustige-Witwen-Bahn heißen sie die anderen. Wie dem auch sei: Die beschauliche Standseilbahn im Stadtteil Heslach, die den Besucher zum Waldfriedhof bringt, ist ein liebenswertes Überbleibsel aus der Vergangenheit. An jedem Ende des 550 Meter langen Stahlseiles hängt ein heimeliger rotbrauner Wagen. Fast geräuschlos gleitet einer auf den blanken Schienen aufwärts, der andere kommt entgegen - oder umgekehrt. Viel Teakholz, Messing und Emaille versetzen den Benutzer auf der mit bis zu 28 Prozent geneigten Strecke in die Zeit der 1920er Jahre. Ehrensache, dass der SSB die Erhaltung dieses lebenden Stückes Stadtgeschichte am Herzen liegt. Deshalb ist sie 2003/2004 technisch saniert worden; äußerlich merkt man es ihr die Moderne aber nicht an.

Nicht immer hat die Fahrt mit einem Verkehrsmittel, das einen Friedhof ansteuert, einen frohen Anlass. Aber ein Erlebnis ist sie stets, die Fahrt mit der Stuttgarter Standseilbahn der SSB AG vom Südheimer Platz im Stadtteil Heslach zum Stuttgarter Waldfriedhof. Schon das Verkehrsmittel Standseilbahn als solches ist angewandte, anschauliche Physik auf Rädern und spricht durchaus auch Nicht-Techniker an. Hinzu kommt die landschaftlich reizvolle Lage der Stuttgarter Bahn, die den Fahrgast in drei Minuten vom hektischen Betrieb der Großstadt mitten in die ruhigste Waldidylle versetzt.
Ein solches Verkehrsmittel nicht im Hochgebirge, sondern in einer Landeshauptstadt zu erleben ist eine ausgesprochene Rarität. Vor allem aber präsentiert sich die SSB-Standseilbahn als technikhistorisch komplettes Ensemble, denn Anlagen, Gebäude und Fahrzeuge befinden sich äußerlich fast im Originalzustand des Eröffnungsjahres 1929. Daran hat sich auch durch die Sanierung und technische Modernisierung von 2004 nicht viel geändert. 

Freilich sind die Zeiten vorbei, in denen es keine ausgebaute Straße zum Waldfriedhof gab und ganze Trauergesellschaften - mitsamt Sarg und Kränzen - auf Schienen in die Höhe schwebten. "Erbschleicherexpress" nannte denn auch der Volksmund jahrzehntelang diese ganz besondere Stuttgarter Verkehrsverbindung.
So ist die SSB-Seilbahn mehr als ein gewöhnliches Verkehrsmittel im Verkehrsverbund Stuttgart: ein faszinierendes Technikdenkmal mit vollständigem historischen Ambiente, ein traditionelles Verkehrsmittel, aber auch ein attraktives Ausflugsziel - kurz: eine einzigartige Stuttgarter Institution. 

Standseilbahn heißt diese Seilbahn auf Schienen, weil die beiden Wagen fest mit dem Seil verbunden sind und auf Schienen fahren - im Gegensatz zu einer Umlaufseilbahn, etwa einer Kabinenbahn, bei welcher die Kabinen nach Bedarf an ein ständig rotierendes Seil gehängt werden. Das Prinzip der Standseilbahn ist mindestens seit dem ausgehenden Mittelalter in Bergwerken bekannt und anschließend vor allem zur Holzförderung in den Alpen sowie bei frühen Großbauten verwendet worden. Ab Anfang der 1860er Jahre entstanden in Europa die ersten Standseilbahnen für Personenbeförderung. Bis heute ist Baden-Württemberg das Land der Standseilbahnen: Sieben Stück (mit der Stuttgarter) gibt es im "Ländle", in den anderen Bundesländern zusammen fünf weitere.
Denn die Stuttgarter Seilbahn präsentiert sich fast komplett als originales Ensemble im Zustand des Eröffnungsjahres 1929 und steht unter Denkmalschutz. Sie war schon damals die erste Standseilbahn Deutschlands mit automatischer Steuerung (auf Knopfdruck durch den Wagenbegleiter), und die schnellste. Und seither läuft sie wie am Schnürchen.

Ihr Fahrplan zum Ausflugsziel

Südheimer Platz (Seilbahn)
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